Jul 25, 2010

Der tägliche Arbeitsweg zum Kraftwerk in Tschernobyl

Donnerstag, der 22. Juli 2010

Heute werde ich das erste Mal zum Abfallbehandlungszentrum der Nukem Technologies auf dem Gelände des Kraftwerks Chernobyl fahren. Die Fahrt beginnt in Slavutich, wo auch das Hotel ist mit der sogenannten Electritschka. Slavutich ist eine kleine Stadt, die damals gebaut wurde, als das Unglück des Kraftwerks Chernobyl passierte, um die Arbeiterbevölkerung aus dem verseuchten Pripjat auszusiedeln.

Die Fahrt mit der Elektritschka, ein großer Zug zur Beförderung der Menschen, die im Kraftwerk Chernobyl arbeiten, dauert ca 45 Minuten. Zu sehen gibt es während der Fahrt eine idyllische Aussicht. Natur pur. Ab und zu sieht man noch Zeichen der ehemals anwesenden Zivilisation, aber noch zusehende Telegraphenmasten versinken immer mehr in dem hiesigen Sumpfgebiet durch das sich die Elektrischka fortbewegt. Man glaubt kaum, dass hier das Unglück von Chernobyl stattgefunden haben soll und man nur wenige Kilometer entfern vom Ort des Geschehens ist. Die umgebene Sumpflandschaft wird gerne von Störchen als Brutplätze genutzt. Man sieht sie in Scharen auf den Bäumen oder im Flachen Wasser stehen. Ein Anblick, den man in unseren Regionen, wenn überhaupt, nur sehr selten zu sehen bekommt. Diesen Arbeitsweg nimmt der Großteil der Belegschaft jeden Tag auf sich. Die Leute spielen in den Zügen Karten, lesen, hören Musik oder schlafen. Ein Bild, das man aus jeder anderen Zugfahrt kennt. Kurz vor Ende der Fahrt wird noch eine ca 300 Meter lange Stahlbrücke über den Pripjat überquert. Man kann schon von weitem die 4 Schornsteine der abgeschalteten Kraftwerksblöcke sehen. Darunter auch der Block der Chernobyl erst so bekannt gemacht hat. Es ist ein seltsames Gefühl, so nah an diesem Ort zu sein, den man sonst nur aus den Nachrichten oder aus Dokumentationen kennt.
Hier sind noch ein paar Bilder vom täglichen Arbeitsweg 😉 Weitere Erfahrungen werden folgen 🙂

One Response to “Der tägliche Arbeitsweg zum Kraftwerk in Tschernobyl”

  1. avatar Böhses MädchenNo Gravatar sagt:

    Kaum zu glauben, dass all dieses Gebiet belastet ist…man kann es wirklich kaum glauben, täuschend schön diese Idylle.
    Tolle Bilder hast du trotzdem gemacht und auch schön geschrieben dein Beitrag. =

    Liebe Grüße

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